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Mit dem Segelboot von Panama nach Kolumbien – das Paradies gefunden!

ÜBERLEBT – 6 Stunden bin ich noch von Kolumbien entfernt und endlich hat sich das Meer beruhigt. Die letzten 30 Stunden habe ich mehr oder weniger in Schlafposition in meinem kleinen Bett verbracht, während das Meer unser Segelboot in eine unnatürlich konstant stark schiefe Position versetzt hat.  Aber beginnen werde ich jetzt erstmal wieder am Anfang und warum ich letztendlich auf einem Segelboot und nicht auf einem Catamaran gelandet bin.

Panama HELLO
Ausblick über Panama City

Vor 7 Tagen sollte meine eigentliche Reise losgehen. Und so machte ich mich von Panama City mit den öffentlichen Bussen auf nach Puerto Lindo. Puerto Lindo liegt in Panama nördlich von Panama City und so ziemlich am Arsch der Welt und ist leider alles andere als leicht zu erreichen. Was vor allem an dem regen Busverkehr nach Puerto Lindo liegt. Busse fahren von oder nach Puerto Lindo nur 3mal täglich. Was das erreichen bei Bus an diesem Tag noch schwerer machen sollte war die Erkenntniss das Feiertag in Panama war. Denn auch in Panama wird Karneval gefeiert und Rosenmontag und Veilchendienstag sind Feiertage hier. Feiertage in Zentralamerika in Kombination mit Busabfahrtszeiten ähnelt Glücksspiel – denn man hat keine Ahnung und Busse fahren mehr oder minder willkürlich.  Nichtsdestotroz landete ich während meiner Hinfahrt nach 2-maligem Umsteigen irgendwie in Portobello, was sich nur noch circa 20 Minuten von Puerto Lindo befindet. Nachdem ich mich dann erstmal erkundigt habe wann der erste Bus fährt (natürlich wusste es keiner…) ging es erstmal zum Mittagessen – frischen Fisch mit Bohnen und Reis welchen ich für 8USD erwarb und im Anschluss mit einer 20USD Note bezahlte. Als der Koch meine 20USD-Note sah, konnte man ihm gleich ansehen das es wieder einmal schwerer wird Wechselgeld zu bekommen. Jedenfalls fragte mich der Koch dann doch etwas überraschend… ob ich nich Gras für 10 USD erwerben möchte. Tja… so bekommt man in Panama nun auch schon für sein Wechselgeld Drogen angeboten! Irgendwie hat es mit dem 12USD Wechselgeld aber dann doch geklappt!

Kaum fertig mim essen wollte ich, da kein Bus weit und breit zu sehen war dann per Anhalter die letzten 20 Minuten nach Puerto Lindo fahren. Allerdings verkehren hier leider nicht allzuviel Autos… aber dann… wie aus dem nichts sah ich Becky, welche ich zwei Tag zu vor im Bus von San Jose nach Panama kennengelernt habe. Toller Zufall das Becky sich spontan für 2 Tage einen Mietwagen zugelegt hatte und mich dann netter Weise meine letzten 20 Minuten nach Puerto Lindo kutschierte. Kaum in Puerto Lindo dem Abfahrtshafen der Catamaran Santana angekommen, wurde mir auch schon bewusst das das hier wirklich ein ziemlich kleines Kaff ist. Bankautomaten und Internet waren hier völlige Fehlanzeige.  Na ja… letztendlich musste ich ja nur das Treffen mit dem Kapitän und der restlichen Crew abhalten und dann sollte es am nächsten Tag auf zu den San Blas Islands gehen. Tja… so sollte es sein!

Als das Treffen mit dem Kapitän dann war, wurde leider mitgeteilt das das Catamaran mit 8 Mann überbucht wurde, und zwar von allen Leuten die über das Mamallena Hostel in Panama gebucht hatten. Da gab es anscheinend eine Misskomunikation.  4 Reisende konnte das Hostel anscheinend noch kontaktieren aber 4 andere (darunter mich!) leider nicht. Da saßen wir dann alle… insgesamt 17 Leute und 13 sollten an sich nur mit. Nach einigen Diskussionen konnte der Kapitän dann vorschlagen das er höchstens 3 von den 4 mitnehmen kann und das Catamaran im Maximalfall auch nur für 19 Leute inklusive seiner dreier Crew zugelassen ist. Nach einigem Ratschlagen entschieden wir uns dann das ich zu Hause bleibe, da zwei von den anderen schon Weiterflugtickets gebucht hatten und ich wohl den spontansten Reisekalender vorweisen konnte. Nachdem der Kapitän dann nochmal mit dem Hostel Mamallena telefoniert hatte, konnten diese mich zum Glück auf ein zeitnahes Boot in 2 Tagen umbuchen und waren bereit mir die 2 Extratage in ihrem Hostel in Panama umsonst zu geben.  Als andere kleine wiedergutmachung wurde mir dann vom Kapitän das Hostel und die Busfahrten für das No-Go-Kaff Puerto Lindo bezahlt und ich als einziger im Schlepptau in diesem verkorksten Ort durfte meine Rückfahrt nach Panama City wieder antreten. Tja… schön dumm gelaufen…

Der Panamakanal, der Atlantik und Pazifik verbindet

Und wie es denn auch so sein sollte… um 8.45 sollte dann ein Bus von Puerto Lindo aus für die ersten 2 Stunden der Reise fahren, doch… wie das so ist… der Bus kam einfach mal nicht. Zum Glück entschied sich der 2. und vorletzte Bus in Puerto Lindo um 12.45 an diesem Tage mich aber dann mitzunehmen. Ich hatte schon ein wenig Schrecken noch eine Nacht hier verbringen zu  müssen – aber letztendlich lief ja nochmal alles gut und nachdem auch das umsteigen zwischen Colon und Panama geklappt hat war ich gegen Ende des Nachmittages dann in Panama City und hatte dank des Nichtkommens des 1. Busses die Spiele der Champions Leauge Real Madrid – Manchester Utd und Donezk – Dortmund verpasst… 

Nun musste ich ersteinmal noch 2 weitere Tage in Panama City verweilen, welche ich glücklicherweise beschwerdefrei überstehen konnte. 

Original Panama-Hüte kosten um die 20USD und werden überraschender Weise in Ecuador angefertig - verkehrte Welt?

Das 2. Boot sollte 550USD kosten. Da ich aber mein erstes Boot für 490USD aufgrund der Misskommunikation zwischen Hostel und Kapitän (beide schieben es dem anderen natürlich zu) erhalten hätte, musste ich für das Segelboot nur noch 500USD entgelten. Tja, und so wendete sich alles von einem Catamaran zu einem Segelboot. Und zwei Tage später war es dann soweit… um 5.30 Uhr in der frühe ging es auf zum Abfahrtshafen des Segelbootes. Und kaum waren wir auf dem Boot sah man auch schon das man quasi im Paradies war… die San Blas Inseln von Panama sind äußerst beeindruckend und in 3 Tagen fuhren wir 3 verschiedene Inseln an welche schlichtweg atemberaubend waren. 

Jaja... am ersten Tag war ich noch recht weiß... dies änderte sich dann bald in rot... 😉
Und so sahen die Inseln eigentlich alle aus... Palmen... Wasser... atemberaubend!!!

Mit viel Schnorchel equipment ausgelastet wurden die unzähligen Korallenriffe vor den kleinen Inseln, welche lediglich von Palmen bewachsen sind erkundet und nicht nur die Inseln, nein auch die Unterwasserwelt war schlichtweg traumhaft! Die San Blas Islands… behaltet sie im Kopf!!! Es ist das Paradies!!! An sich wollte ich garnicht mehr weg und mir direkt selbst so ein Segelboot kaufen und auf diesen Mini-Inseln leben! Jeden Tag gäbs Kokusnüsse und Fisch…

Tja aber wie es dann auch sein sollte… nach 2 Nächten an Bord sollte pünktlich zu Beginn der 3. Nacht die Überfahrt nach Cartagena in Kolumbien angetreten werden. Was ich wusste war, dass sich die Überfahrt zwischen Dezember – Februar leider am schwierigsten gestaltet, da der Ozean enorm wild agiert. Was will man machen… leider hatten wir Februar aber natürlich war ich auch mit Seekrankheitstabletten ausgerüstet für den Fall der Fälle. Und dieser Fall ist schnell eingetreten. Ersteinmal musste noch alles Mitbringsels bewegunsunfähig befestigt werden und unter dem Bett wurde ein extra Brett herausgeklappt, dass einen am rausfallen hindern sollte. Dies liess mich schon ein wenig vorahnen was nun auf mich zukommt… Und dann war es so weit! Der Atlantik zwischen Panama und Kolumbien war in der Tat äußerst wild und kaum die Inseln verlassen und das offene Meer erreicht kamen schon gewaltige Wellen auf einen zu und das Boot welches durchgehend in Schieflage (bei geschätzten 55 Grad) agierte war kaum noch ohne mit irgendeinem Körperteil gegen etwas zu stoßen zu begehen. Das einzige was für mich noch möglich war, war… sich auf den Rücken zu legen, zu schlafen und zu hoffen das es bald rumgeht. Das kochen von Mahlzeiten wurde von der Crew leider auch ziemlich eingestellt. Denn bei diesen Schwankungen und dieser Schiefstellung zu kochen grenzte für mich auch schon fast an eine Unmöglichkeit! Tja… und so lag ich dann im Grunde genommen für die letzten 30 Stunden auf dem Rücken in meinem kleinen Hochbett und habe nur geschlafen, geschlafen und geschlafen. Mehr war leider nicht möglich! Zum Glück hat sich jetzt… die letzten 6 Stunden vor Ankunft in Kolumbien das Meer beruhigt und ich kann mich gleich wieder draußen blicken lassen und ein wenig die Sonne genießen.

Unser Segelboot - nach 2 Tagen endlich wieder Land in Sicht!

Ich hoffe ihr habt die Karnevalstage alle gut überstanden und grüße euch bald mit mehr Berichten aus Kolumbien!

Tobi

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