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Allerheiligen in Todos Santos – Pferdefreunde und Partyfreunde sind Willkommen

Oh weh….

Das meine Einleitung fast schon entschuldigend ausfällt ist ja nun schon Gang und Gebe ;). Also werde ich den Part diesmal überspringen, euch eine andere Einleitung über meine letzten Tage hier vorsetzen und anschließend zahlreiche Bilder für sich sprechen lassen. Beginnen werde ich mit dem fast letzten Bild. So endete es jeden Abend in Todos Santos:

Viele neue Freunde und tägliches Feiern sind über Allerheiligen in Todos Santos angesagt

Todos Santos… wer kennt es nicht? Ein Ort der westlich von Guatemala-Stadt und Quetzaltenango in den Bergen liegt und hauptsächlich von Mayas bewohnt wird, die täglich in ihren tollen Trachten umhermarschieren. Aufgrund von Problemen in der Vergangenheit, ist in diesem Ort das ganze Jahr über kein Alkohol erlaubt! Moment mal… das ganze Jahr? NEIN, es gibt eine Ausnahme von 4 Tagen, und zwar dann wenn Allerheiligen in Guatemala gefeiert wird (Dia los muertos)! Dann steht das ganze Dorf bzw Kleinstadt Kopf und es wird gefeiert ohne Ende. Denn dann findet das alljährliche Pferderennen in diesem Ort statt, was auch die ein oder anderen Fernsehteams anlockt und neben den bunten Trachten eine Art Wahrzeichen für diesen Ort darstellt.

Auch das ein oder andere Fernsehteam hat sich in den abgelegenen Ort begeben

Tja, gerade hatte ich meine ersten 5 Stunden unterrichtet und schon gab es 4 Tage Urlaub, da ich dieses Spektakel natürlich nicht verpassen wollte. Mit einer internationalen Truppe ging es zu viert für 4 spannende Tage in die Berge.

Meine Mitreisenden (Marco, Katrina und Sarah)

Natürlich mussten auch wir wieder via Chickenbus von Xela reisen (diese Busse sind in der Tat das übelste!) und nach circa 5 1/2 Stunden und einmal umsteigen waren wir dann gegen nachmittag, 2 Tage vor dem eigentlich rennen in Todos Santos. Nachdem wir uns ein bisschen mit dem Örtchen vertraut gemacht hatte ging es gleich zu unserer Gastfamilie. Die Gastfamilie war sau nett, konnte allerdings kaum Spanisch sprechen, da in diesem Ort eine spezielle Mayasprache gesprochen wird. Was mir mit meinem gebrochenen Spanisch allerdings nicht allzu unrecht war ;). Zudem hatten sie einen enorm witzigen Sohn “Andi”, der 7 Jahre alt war und ein enormes Talent hat!!! Er kennt sich mit Feuerwerkskörpern und Böllern aus… so ein wissen konnte ich mir bislang noch nicht aneignen! Nachdem er mir erstmal eine Stunde gezeigt hat, welche verschiedenen Böller man erwerben und umbauen kann, wurde ich auch gleich zum Kiosk geführt und durfte meine eigenen Böller erwerben. 3 Packungen a 30 Böller von einer echt starken Sorte (Grüße nach Polen und China), wurden für 10 Cent gekauft. Nachdem Andi mir dann spezielle Umbautechniken gezeigt hat… oh…stop!!!! hier erstmal ein kurzes Bild von Andi!

Andi, vermutlich später Feuerwerksentwickler oder Feuerwehrmann

…wurde der halbe dazugehörige Bauernhof, welcher hauptsächlich aus Truthähnen und Hühnern besteht in Beschuss genommen. Kaum hatte Andi allerdings den ersten Böller gezündet war den Tieren auch schnell klar, dass sie ihren Bewegungsradius deutlich einschränken sollten. Rücksichtsvoll wurden stattdessen Zweige, Blechdosen und andere Hohlbehälter mit Löchern durchbohrt. Es war auf jedenfall sehr lehrreich für mich und sollte ich nocheinmal nach Todos Santos kommen werde ich Andi kontaktieren und mir weitere hilfreiche Tips über Schwarzpulver aneignen! Danke Andi! Hier ein Bild vom Rest der Gastfamilie

Gastfamilie ohne Andi, aber mit Anhang

Nun erstmal ein wenig über das Rennen, welches am 3. Tage stattfinden sollte. Bei dem Pferderennen reiten unzählige Reiter abwechselnd Gegeneinander. Ob es einen wirklich Gewinner gibt habe ich während meines Aufenthaltes hier leider nicht feststellen können. Was vorab bekannt wurde, war, dass falls einer der Reiter stirbt, es seiner hinterbliebenen Familie eine Gute Ernte im nächsten Jahr bescheren soll. Und um so mehr Reiter beim Pferderennen umkommen, desto besser und größer soll die Party danach sein. Denn umso besser wird dann ja auch die Ernte im nächsten Jahr. Letztendlich kann ich allerdings vorweggreifen das es keine Toten im diesen Jahr gab. Es wurde zwar mindestens ein Bewusstloser von der Strecke getragen, aber Tote gab es glücklicher Weise nicht (wird wohl nix mit ner guten Ernte im nächsten Jahr :/ ).

Vorstellung der teilnehmenden Reiter

Tja, und am Tag vor dem Rennen veranstalten die Capitanos der Mannschaften eine riesige Feier für Reiter, Freunde und Verwandte. Touristen sind hierbei eigentlich nicht zugängig, aber dank der Tochter unserer Gastfamilie, welche mit einem der Reiter verlobt war, durften auch wir an diesem speziellen Ereignis teilhaben. Und es war LEGENDÄR!!!! Sensationell!!!! Natürlich ist es nicht so leicht mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, aber dazu gibt es ja den guten Quetzalteca (Whiskey aus Xela). Mit einer 1 Liter Flasche ging es also zu dem Fest und im Handumdrehen wurden neue Freunde gemacht!

Einer der Reiter, er freut sich mehr innerlich… 

Nach circa 2 Stunden kannte man dann die meisten der Partygesellschaft, wobei sich auf gebrochenem Spanisch, Englisch und mit Händen verständigt wurde. Zudem haben die Menschen in Todos Santos eine spezielle Musik und einen speziellen Tanz, wobei immer Männer mit Männern tanzen und Frauen mit Frauen.  Die erste Flasche Quetzalteca war demnach auch schnell weg… so schnell konnte man garnicht gucken! Zum Glück kann man mit neu errungenen einheimischen Kontakten dann auch schnell für Nachschub sorgen…

Francisco zu meiner linken leiht mir seinen Hut. Sehr aufmerksam 🙂

Und zur Krönung des Abends hat mich dann auch noch der Capitano des Reiterteams und Gastgeber ein wenig rumgeführt und mir nen speziellen Maistrink mit Schokolade angeboten, welcher im übrigen super geschmeckt hat. Leider habe ich seinen Namen vergessen, aber es war grandios. Hier ein Bild mit dem Capitano.

Der Capitano und Tobi

Tja… irgendwann endet auch mal der schönste Abend und mir war auch schon klar das der Abend vor dem Rennen dieses Jahr wohl kaum mehr getoppt werden konnte. Und so ging es dann am nächsten morgen mit einem deutlichen Kater zum Rennen. Die Rennzeiten waren von 8-12 Uhr und von 14-17 Uhr. Das eigentliche Highlite des Rennens war eigentlich das ich mehrere bekannte Gesichter vom Vortag sehen konnte und selbst in dem Restaurant in dem wir zur Mittagszeit eingekehrt sind… was das erste was ich hörte… “Hey Tobi!!!”… nachdem ich dann doch etwas verwirrt aus der Wäsche geschaut habe, konnte ich dann Francisco, den Herrn mit dem Cowboyhut vom Vortag erkennen. Auf jedenfall auch ein Highlite meiner Tour :).

Das Rennen vom Baum aus

Tja, zum eigentlichen Rennen habe ich ja den Ablauf schon mehr oder minder beschrieben. Im Grunde genommen wird galoppiert, galoppiert und galoppiert… aber wer letztendlich gewinnt und ob es überhaupt einen Sieger gibt, dass steht ein wenig in den Sternen. Auf jedenfall ist es eine farbenfrohe Veranstaltung und gefeiert wird auch nach dem Rennen wieder in Scharen. Was vermutlich auch damit zusammenhängt, dass es Alkohol auch legal während dieser Zeit gibt. Zum Abschluss noch ein paar Bilder über einen sehr schönen Ort in den Bergen mit netten Menschen, wo die Kriminalität vermutlich am geringsten von ganz Guatemala ist:

Da hat mir doch einer sein Hemd geliehen… jetzt nur noch ne passende Hose 🙂

unser Zimmer

Todos Santos

Eine natuerelle Sauna, welche viele Mayas in Todos Santos nutzen

 

Ein Mayatempel (katholisch)

Wer brauchs nicht… Schwein!

So wird hier gekocht. Wer bitte brauch Gas???

Nachdem ich während des starken Erdbebens vor 2 Jahren in Neuseeland war, konnte mich auch das größte Erdebeben Guatemalas seit Jahrzehnten nicht aufhalten. Zwar hat die Erde noch eine Minute nachgebebt aber die Häuser in Xela sind zum Glück gut gebaut! Und spätestens Ende Dezember werde ich Guatemala verlassen und weiter in Richtung Süden ziehen. Irgendwann im nächsten Jahr will ich auf jedenfall den Absprung Richtung Südamerika, vorzugsweise Kolumbien schaffen. Werde ich es jemals packen???? Wir werden sehen 😛

Weiter gehts in die weite Welt! Bye Todos Santos

Alles Gute nach Deutschland und die weite Welt,

Tobi

P.S. Meine Schwester Franzi befindet sich derzeit in Asien und hat glücklicher Weise auch einen Blog entworfen. Der Großteil meiner Leser kennt Franzi vermutlich und wer lust hat kann ja mal bei Franzi vorbeischauen (franzisabenteuer.blogspot.com)

🙂

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